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Zins
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Zins ist der Preis für das Leihen von Geld über einen
vorher bestimmten oder unbestimmten Zeitraum. Ist der Zeitraum unbestimmt,
so unterscheidet man häufig in Zins mit und Zins ohne Zinseszins.
Bei Zins ohne Zinseszins wird dieser in festgelegten Intervallen
vom Geldleiher (meist als Schuldner bezeichnet) an den Geldverleiher
(meist als Gläubiger bezeichnet) ausgezahlt. Bei Zins mit Zinseszins
wird der Zins nach festgelegten Intervallen auf die Schuld dazu
geschlagen und im nächsten Intervall mit verzinst. Dadurch
steigt er exponentiell, d.h. mit wachsender Geschwindigkeit über
alle Grenzen, was also zum Kollaps führen muß.
Die Funktionen der Zinses sind Entgelt für die Kapitalüberlassung,
die Absicherung des Rückzahlungsrisikos (Risikoprämie)
oder die Pauschalierung von Schadensersatz (Verzugszins).
Zum Zins im weiteren Sinne gehören auch Renditen und Wertsteigerungen
von Aktien, ein Teil der Erfolgsprovisionen bei Investitionen, allgemein
Kapitalertrag. Zins muss in diesem Fall also nicht vereinbart (Kreditzins),
sondern kann auch lediglich erwartet sein (Aktienrendite).
In den Wirtschaftswissenschaften gibt es folgende Erklärungsansätze
für den Zins:
Inflationsausgleich
Bei Inflation soll der Wert seiner Geldmenge nicht sinken.
Risikoprämie
Es besteht das Risiko, dass nicht vollständig zurückbezahlt
wird oder werden kann.
Mangelprämie
Vergütung für den zeitweisen Verzicht auf Konsum- bzw.
Investitionsausgaben. Die Mangelprämie stellt damit den Preis
dar, für welchen der Anbieter von Liquidität bereit ist
auf den sofortigen Verbrauch der Liquidität zu verzichten.
Liquiditätsprämie
Der Schuldner wird in die Lage versetzt Geld auszugeben. Die Liquiditätsprämie
ist der Preis den der Geldnehmer bereit ist zu bezahlen, um für
einen bestimmten Zeitraum Liquidität nutzen zu können.
Es handelt sich also um den Preis, den der Geldnehmer für den
vorgezogenen Konsum bzw. für die vorgezogene Investition zahlt.
Eine interessante Außenseiterposition in der Erklärung
der Zinsursache bietet die Freiwirtschaftslehre Silvio Gesells.
Viele Leute meinen, dass Zinsen eine wesentliche Ursache der Kluft
zwischen Arm und Reich sind und dass sie den unproduktiven Sektor
des Geldmarktes (die Geldbesitzer) zu Lasten der Produktivkräfte
schaffe. Bei hohem Zins würden die Geldressourcen der Produktivwirtschaft
entzogen, was volkswirtschaftlich schädlich sei.
Einige Volkswirtschaftler (besonders aus dem Neoliberalismus) meinen,
der Zins sei der Preis für Konsumverzicht. Jedoch impliziert
diese Ansicht, der Geldverleiher wolle überhaupt konsumieren.
Nun gibt es aber viele Geldverleiher, die zu einem Zeitpunkt überhaupt
nicht konsumieren wollen, weil sie da z.B. mehr verdient haben,
als sie ausgeben wollen, bzw. können (durch den stetigen Zuwachs
an Zinsen und Zinseszinsen). Diesen Fall (siehe Liquiditätsprämie)
scheinen diese Volkswirtschaftler gar nicht in Betracht zu ziehen.
Die Beachtung dieses Falls hat zu anderen volkswirtschaftlichen
Strömungen wie dem Keynesianismus und der Freiwirtschaft geführt.
Zinsen stellen nach dieser Betrachtung eine Rückkopplung im
Wirtschaftssystem dar.
In der Umgangssprache wird der Begriff Zins in Bezug auf Geld meist
in der Mehrzahl, also als Zinsen, verwendet.
Der Begriff Zins wird auch für Miete bei Wohnungen verwendet.
Davon rührt auch der Begriff Zinshäuser her, der heute
eher für für minderwertigere Miethäuser verwendet
wird.
Wird der Zins in Prozent angegeben, so spricht man auch vom Zinssatz
bzw. Zinsfuß.
Wichtige Zinssätze
Lombardsatz
Diskontsatz
Basiszinssatz
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