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Geld
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Geld ist ein in seinem Verbreitungsraum von einer Gemeinschaft
anerkanntes Zahlungsmittel. Ein Zahlungsmittel ist ein Vermittler,
der den einstufigen, suchintensiven direkten Tausch von Waren und
Dienstleistungen in einen zweistufigen Tausch umwandelt.
Allgemeiner definiert man Geld heute über die Geldfunktionen:
Tausch- und Zahlungsmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel.
Alles was Geldfunktionen ausübt ist Geld.
Inhaltsverzeichnis
1 Wesen
2 Funktion
3 Geschichtliche Herkunft des Geldes
4 Heutige Geldschöpfung
4.1 Prozess der Geldschöpfung
4.2 Der Geldmarkt
4.3 Steuerung der Geldmenge
4.3.1 Deflation
4.3.2 Inflation
4.3.3 Fiat Money
5 Arten der Geldmenge
6 Verwendung des Geldes
7 Missbrauch des Geldes
8 Mythen über Geld
8.1 Geldzerstörung
9 Volkstümliche Bezeichnungen
10 Zitat
11 Weblinks
12 Literatur
Wesen
Banknoten und Münzen müssen durch geeignetes Design beschränkt
vorhanden sein und stellen das Versprechen eines Warengegenwerts
dar. Geld entstand mit dem Aufkommen der Arbeitsteilung. Während
die Geldfunktion früher an wertvolle physische Tauschmittel
wie z.B. Goldmünzen gebunden war, sind die Träger heute
in der Regel aus an sich wertlosem Material (Papier). Seinen Wert
erhält Geld vor allem durch das Vertrauen der Menschen in die
Reputation der Zentralbank, die für den Wert des Geldes geradesteht
und den sie durch die Menge der Geldschöpfung (Geldmenge) steuert.
Der Gesetzgeber unterstützt das Vertrauen durch die Funktion
einer Währung als gesetzliches Zahlungsmittel, d.h. der Gesetzgeber
bestimmt, dass es zur Tilgung privater und öffentlicher Schulden
verwendet werden kann.
Bei einer starken Ausweitung der aktiven Geldmenge, z.B. durch Vertrauensverlust
der Geldinhaber oder Anwerfen der Notenpresse, wird diese Funktion
allerdings zur Makulatur, denn dadurch wird Inflation hervorgerufen.
Im Wesentlichen liegt Geld heute sogar nur noch in Form elektronischer
Daten vor und basiert auf umlauffähig gemachten Schuldverhältnissen.
Im internationalen Austausch bezeichnet man unterschiedliches Geld
als Währung, umtauschbar zum Wechselkurs, bei Bareinzahlung
jedoch nur zum schlechteren Sortenkurs.
Funktion
Dem Geld werden generell drei Funktionen zugeschrieben:
Wertmessfunktion: Geld dient als Maßstab, mit dem verschiedenen
Waren und Dienstleistungen verglichen werden können.
Tausch- und Zahlungsmittelfunktion: Geld vereinfacht den Tausch
von Gütern (Tauschmittel) und die Aufnahme und Tilgung von
Schulden (Zahlungsmittel)
Wertaufbewahrungsfunktion: In Geld lässt sich das Versprechen
eines Warengegenwerts speichern. In der meistverwendeten Geldform
ist dies zunächst unbeschränkt möglich, und legt
so die Grundlage für die Geldmengenvermehrung durch Zins. Diese
Eigenschaft ist jedoch problematisch, denn dadurch kann unkontrollierbare
Deflation oder Inflation entstehen.
Geld im eigentlichen Sinne funktioniert (und existiert) nur dynamisch,
als wichtiges Instrument, innerhalb einer laufenden arbeitsteiligen
Wirtschaft. Dies wird durch die Quantitätsgleichung ausgedrückt,
die besagt, dass die gesamte nachfragende Kaufkraft gleich dem Gesamtpreis
aller angebotenen Waren und Dienstleistungen ist.
Das Geld kann seine Rolle nur spielen, wenn es begehrt ist und
in der entsprechenden Gemeinschaft akzeptiert wird. Dies kann entweder
durch Knappheit und Wert des Ausgangsmaterials (Edelmetalle), Knappheit
der Arbeitszeit für die Herstellung des Geldes wegen schwieriger
Bearbeitung (Muschelgeld) oder gesellschaftliche Kontrolle mit beschränktem
Herstellerkreis (Papiergeld, Scheidemünzen) erreicht werden.
Manchmal, zum Beispiel in politisch totalitären Systemen oder
durch großflächig agierende Kartelle in eigentlich marktwirtschaftlich
angelegten Systemen, werden ursprüngliche Funktionen des Geldes
beschnitten und neue geschaffen. Durch Preisbindungen oder Preisabsprachen
bei gleichzeitigem Waren und Dienstleistungsmangel und fehlender
oder eingeschränkter Tauschbarkeit gegen Devisen sind Teile
der Geldfunktion vom offiziellen Bar- und Buchgeld teilweise auf
informelle Systeme (Gutscheine, Bevorzugungs- und Tauschsysteme;
Subventionierungssysteme) übertragen worden. Offizielle Banknoten
und Buchgeld spielen dann teilweise nur noch eine ergänzende
Rolle und üben gegenüber Wirtschaftsteilnehmern ohne Zugang
zu Sondersystemen faktisch mehr oder weniger nur noch eine Kontroll-,
Täuschungs- und Verhöhnungsfunktion aus.
Andererseits können ergänzende oder korrigierende Massnahmen
im Geld- und Wirtschaftsverkehr sinnvoll sein. Dies ist zum Beispiel
in Not- oder Übergangszeiten der Fall, wenn die vorhandenen
Geldbeziehungen aufgrund gravierender Ereignisse allein keinen ausreichend
gerechten Maßstab mehr darstellen oder die Lösung einer
Krise erschweren.
Aufgrund der Schlüsselrolle, die das Geld einnimmt, ist nicht
nur der Erwerb von Geld, sondern auch die konkrete Ausgestaltung
des Phänomens Geld Ziel von Interessen und Gegenstand entsprechender
Aktivitäten. Die dabei wirkenden Mechanismen können sehr
komplex und die dabei auftretenden Zusammenhänge unter Umständen
nur sehr wenigen Personen bekannt und verständlich sein. Die
Grenze zwischen mißbräuchlichen und legalen Einflussnahmen
besteht hier sicherlich darin, ob es darum geht, die wirtschaftlichen
Chancen ohnehin gutgestellter Interessengruppen zu vergrößern
und Besitzstände gegen Wettbewerb abzuschirmen oder ob Ungleichgewichte
abgebaut, der Wettbewerb gefördert und die ursprünglichen
Funktionen des Geldes bewahrt und gestärkt werden sollen.
Geschichtliche Herkunft des Geldes
Ursprünglich wurden Waren direkt gegeneinander eingetauscht
(Tauschhandel). Da dies auf längere Sicht wegen der hohen Suchkosten
unpraktisch war, wurden Waren in andere leichter tauschbare Waren
eingetauscht (Warengeld). Das waren z. B. Muscheln, Tierfelle, bestimmte
Steine, Salz oder Vieh. (Das lateinische Wort für Geld heißt
pecunia "Vermögen an Vieh", von pecus Vieh, weil
das erste römische Münzgeld den Wert eines Rindes verkörpern
sollte).
Das deutsche Wort für Geld stammt von mittelhochdeutschem
Wort Galt und bedeutet "unfruchtbares Vieh".
Später wurde das Warengeld durch Metallgeld (Kupfer, Silber
und Gold) verdrängt. Es wurde zu Beginn abgewogen, später
in standardisierte Einheiten eingeteilt. Private und auch Fürsten
und Könige prägten Münzen. (siehe: Münzen des
Mittelalters). Die zahlreichen unterschiedlichen Münzsysteme
wirkten sich mit der Zeit nachteilig auf den Handel aus. Goldschmiede
wurden im England des 17. Jahrhunderts zu Bankiers. Private brachten
Gold zur Aufbewahrung und erhielten dafür eine Quittung, die
sie anderen zur Bezahlung weitergeben konnten. Die Empfänger
konnten das entweder wieder in Gold umtauschen oder ihrerseits weitergeben.
Später übernahm dann die Bank von England (1694) die Herausgabe
von diesen Scheinen.
Heutige Geldschöpfung
Prozess der Geldschöpfung
Auf einer theoretischen Ebene kann man zwei unterschiedliche Arten
von Geld unterscheiden. Zum einen das Zentralbankgeld, das von der
Zentralbank geschaffen oder vernichtet wird; hierzu zählt auch
das Bargeld. Zum anderen das Geschäftsbankengeld, das durch
die privaten Geldinstitute entsteht oder verschwindet.
Geld kann durch das Zusammenspiel von Zentralbank, Geschäftsbanken,
privaten Haushalten und öffentlicher Hand erzeugt werden, man
spricht hier von der Geldschöpfung. Der häufigste Weg
der Geldschöpfung basiert auf der Gewährung von Krediten.
Die Geschäftsbanken können Geld schöpfen, indem
sie ihren Kunden Kredite gewähren. Nach Gewährung des
Kredites schreibt die Bank dem Kreditnehmer einen entsprechenden
Betrag auf dessen Girokonto gut und der Kreditnehmer kann dieses
Geld an andere Kunden der Bank oder Kunden anderer Banken überweisen
(Girageld). Durch diesen Vorgang wird Geld geschaffen, da auf der
einen Seite Geld in Umlauf gebracht wird, auf der anderen Seite
aber nur eine Forderung der Bank gegen den Kreditnehmer (Schuldtitel)
als Position in der Bilanz der Bank entsteht. Umgekehrt wird bei
der Rückzahlung des Kredites Geld vernichtet, da Geld zurück
an die Bank fließt und gegen den Schuldtitel verrechnet wird.
Da das neu geschaffene Geld wieder als Basis für weitere Geldschöpfung
dienen kann, gibt es theoretisch keine obere Grenze für das
von den Banken geschaffene Geld. Um diesen Vorgang zu kontrollieren,
gibt es neben Bilanzvorschriften (keine Überschuldung, EigenGelddeckung)
eine Mindestreservepflicht, d.h. die Geschäftsbanken müssen
für jedes Sichtguthaben ihrer Kunden einen bestimmten Prozentsatz
(z.B. 1,5%) an Zentralbank-Guthaben halten (bei der Zentralbank
hinterlegen).
Wenn das EigenGeld der Bank und die Einlagen der Kunden nicht ausreichen,
um die Kreditvergabe in dem gewünschten Maße durchzuführen,
hat die Geschäftsbank die Möglichkeit sich Geld bei der
Zentralbank zu leihen, man spricht von Refinanzierung.
Die Zentralbank kann Geld auch ohne die Vergabe von Krediten erzeugen,
z.B. durch den Ankauf von Devisen, Edelmetallen oder Wertpapieren.
Neben diesem Instrument hat die Zentralbank weiterhin die Möglichkeit
aktiv Schuldtitel zu kaufen (Offenmarktpolitik) oder Kredite an
die Geschäftsbanken zu vergeben. Die Vergabe von Krediten an
die öffentliche Hand ist seit der zweiten Stufe der Europäischen
Währungsunion von 1994 verboten, d.h. der Staat darf sich kein
Geld bei seiner Notenbank leihen.
Damit der Kunde einer Bank auch außerhalb des Bankensystems
Geschäfte mit dem Geld abwickeln kann, werden von der Zentralbank
(Notenbank) Geldscheine gedruckt, welche sich die Geschäftsbanken
"ausleihen" (eigentlich Kauf mit Rückkaufvereinbarung)
können, um sie an ihre Kunden auszuzahlen (Bargeld).
Als Bank der Banken übernimmt die Zentralbank auch die Verrechnung
von Überweisungen zwischen den Geschäftsbanken über
Zentralbank-Konten (Zentralbankgeld ZBG). Die verpfändeten
Schuldtitel, für die eine Geschäftsbank ZBG (Bargeld oder
Gutschrift) erhält, sind häufig auch durch die Bank selbst
oder andere Banken emittiert worden.
Die Notenbank gibt Geld aber nicht umsonst ab. Sie erhebt eine
"Nutzungsgebühr", die so genannten Zentralbankzinsen.
Betragen die Zentralbankzinsen zum Beispiel 5% im Jahr und wird
ein Titel verpfändet und erhält die verpfändende
Bank dafür 1000€, so muss die verpfändende Bank nach
einem Jahr 1050€ zurückzahlen. Diese Zentralbankzinsen
gibt die Bank natürlich an den Kreditnehmer weiter und schlägt
noch etwas drauf, so eine Risikoprämie, Bearbeitungsgebühren,
Gewinnprämien usw. Am Ende entsteht daraus ein Endkunden-Zins
von beispielsweise 8% im Jahr.
Das gesamte Geldsystem läßt sich in Form einer Bilanz
darstellen. Auf der einen Seite steht das im Umlauf befindliche
Geld, auf der anderen Seite die dafür aufgenommenen Schulden,
die Währungs- und Goldreserven und die Wertpapiere im Besitz
der Zentralbank. Jedem Giro-Guthaben und jedem Geldschein steht
also entweder eine entsprechende Schuld oder ein anderer Aktivposten
in der Zentralbank-Bilanz gegenüber.
Der Geldmarkt
Für Geld besteht genauso wie für Waren und Dienstleistungen
ein Markt mit Angebot und Nachfrage. Die privaten Haushalte und
Unternehmen fragen Geld als Kreditnehmer nach und bieten es gleichzeitig
als Sparer an. Das Bankensystem dient als Vermittler zwischen den
beiden Gruppen und macht den Markt hierdurch effizienter, da sich
Sparer und Kreditnehmer nicht mehr einzeln finden müssen. Diesen
Dienst lassen sich die Banken mit der Differenz zwischen Guthaben-
und Kreditzinsen entlohnen. Der Zins, der sich an diesem Markt herausbildet
ist von Angebot und Nachfrage bestimmt und stellt im Prinzip den
Preis des Geldes dar. Wollen viele Teilnehmer bei einem geringen
Geldangebot welches leihen, so steigt der Zins und der Anreiz für
andere steigt, ebenfalls Geld auf dem Markt anzubieten. Umgekehrt
sinkt der Zins bei geringer Nachfrage und großem Angebot.
Ein Kreditnehmer erhält Geld mit der Verpflichtung, den geliehenen
Betrag plus Zinsen später zurückzuzahlen. Da Geld-Leihen
also etwas kostet, sind Kreditnehmer bestrebt, ihr geliehenes Geld
ertragbringend zu nutzen (das heißt: sofort für Investitionen
oder auch Konsum auszugeben).
Die Zentralbank nimmt auf den Geldmarkt Einfluss, indem sie entweder
aktiv das Geldangebot im Rahmen einer so genannten Offenmarktpolitik
beeinflusst oder über den Zinssatz für Zentralbankgeld
indirekt auf Angebot und Nachfrage einwirkt. Bei der Offenmarktpolitik
kauft die Zentralbank Wertpapiere und bezahlt diese mit Zentralbankgeld.
Dem System wird so Geld hinzugefügt. Umgekehrt kann sie auch
Wertpapiere verkaufen und dem System hierdurch Geld entziehen. Der
Zinssatz für Zentralbankgeld bzw. für Einlagen bei der
Zentralbank beeinflusst den Geldmarkt indirekt, weil er Anreize
für die Geschäftsbanken schafft, Kredite zu gewähren
oder Einlagen bei der Zentralbank zu schaffen.
Steuerung der Geldmenge
Unabhängige Zentralbanken, das heißt solche, die nicht
politisch kontrolliert werden, verfolgen im Allgemeinen ein konkretes
und festes Ziel bei der Geldmengensteuerung. Dieses Ziel ist häuft
die Preisstabilität, d. h. die Bekämpfung der Inflation.
Um die Inflationsrate auf ein volkswirtschaftlich sinnvolles Maß
(<= 5%) zu begrenzen, versucht die Zentralbank die Geldmenge
synchron zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu halten, so dass
das verfügbare Geld dem Wert der gehandelten Waren und Dienstleistungen
entspricht. In Zeiten geringer Inflationsraten kann die Zentralbank
weiterhin versuchen Sekundärziele, wie die Steigerung des gesamtwirtschaftlichen
Wachstums, zu verfolgen.
Deflation
Wenn die Geldmenge sinkt oder bei gleicher Geldmenge die Umlaufgeschwindigkeit
des Gelds zurückgeht, kann es zu einer Periode nachhaltig fallender
Preise kommen, die als Deflation bezeichnet wird. Ein Rückgang
der Geldmenge kann z.B. durch Maßnahmen der Zentralbank ausgelöst
werden (Zinspolitik). Die Umlaufgeschwindigkeit kann sinken, wenn
die privaten Haushalte und Unternehmen zurückhaltender bezüglich
Konsum und Investitionen werden und Geld eher sparen als ausgeben.
Inflation
Umgekehrt kann es dazu kommen, dass die Geldmenge übermäßig
wächst oder bei konstanter Geldmenge die Umlaufgeschwindigkeit
des Geldes zunimmt. Hierdurch kommt es zu einem Ungleichgewicht
zwischen dem verfügbaren Geld und den Waren und Dienstleistungen,
die mit dem Geld bezahlt werden könnten. Dieses Ungleichgewicht
führt zu einem Anstieg des Preisniveaus, das man als Inflation
bezeichnet.
Eine Zunahme der Geldmenge kann z.B. durch die Politik der Zentralbank
(vgl. Hyperinflation nach dem ersten Weltkrieg in Deutschland) oder
eine plötzliche Erhöhung der Staatsverschuldung entstehen.
Denkbar sind auch plötzlich veränderte Erwartungen der
Verbraucher, die zu einem Abschmelzen der Sparguthaben führen.
Fiat Money
Alle Gelder, die so erschaffen werden (dies ist heutzutage praktisch
immer der Fall), werden Fiat money genannt. fiat ist das lateinische
Wort für Es werde, denn dieses Geld kann einfach so erschaffen
werden, ohne dass es eine Waren-Deckung hat, man also im Zweifel
das Geld bei der Zentralbank in Waren eintauschen kann. Diese Eigenheit
erlaubt es Zentralbanken auch, sich nicht an die eigenen Regeln
zu halten, also z. B. Schuldtitel zu einem höheren Wert als
dem tatsächlichen als Deckung zu akzeptieren. Wenn dies der
Fall ist, ist das Geld nicht mehr vollständig durch Forderungen
gedeckt, kann also beliebig nach Bedarf erzeugt werden. Es verkommt
in diesem Fall zum Spielgeld, wobei alle, denen dies nicht bewusst
ist (in der Regel die normalen Marktteilnehmer, insbesondere Verbraucher),
so handeln, als wäre es ernst, und somit den Spielern (in der
Regel Regierungen) das Spielen erst ermöglichen. Aus diesem
Grund hat die Geld-Erschaffung heutzutage praktisch immer eine politische
Dimension.
Ist einmal ein Geld erschaffen, so können Geld-Surrogate erzeugt
werden, die auf diesem Geld basieren. Zählt man diese Geld-Surrogate
selbst zu Geld, so wird von Geldschöpfung gesprochen.
Arten der Geldmenge
Verschiedene Geldmengen werden unterschieden, je nach Laufzeit der
Guthaben:
Die Geldmenge M0 ist das von der Zentralbank geschaffene Geld und
besteht aus den Giroguthaben der Banken bei der Zentralbank und
den im Umlauf befindlichen Münzen und Banknoten. Sie unterliegt
dem direkten Einfluss der Zentralbank. Die Geldmenge M1 umfasst
die Gelder, die jederzeit als Zahlungsmittel eingesetzt werden können,
also Bargeld und Sichteinlagen (M1). M2 und M3 umfassen - nach einer
möglichen Definition - zusätzlich innerhalb einer Obergrenze
wandelbare Spareinlagen (M2) oder zusätzlich dazu Termingelder
(M3).
Es ist immer noch strittig, was eigentlich als Geld gilt (zur Geldmenge
gehört) und was nicht. Eine Meinung ist:
Da Kontoüberweisungen nicht diese Allgemeingültigkeit
haben, sind sie genau wie andere Geldsurrogate wie Schecks, Kreditkarten
oder Handelswechsel kein Geld auch wenn sie Geldfunktion ausüben
können. Alle diese Surrogate sind vom Wert, d. h. der Kaufkraft
des Bargeldes abhängig.
Verwendung des Geldes
Hat jemand Geld, so kann er im Wesentlichen folgendes damit machen:
Das Geld kann ausgegeben werden (Konsum (Volkswirtschaft))
Das Geld kann investiert werden (Investition)
Das Geld kann in eine andere Währung getauscht werden (Umtausch)
Das Geld kann einfach behalten werden (Wertaufbewahrung)
Das Geld kann vernichtet werden (absichtlich oder versehentlich,
zum Beispiel nach Währungsreform)
Die Summe des umlaufenden Geldes spiegelt die Verteilung des Sozialprodukts:
Die Menge Geld, die jemand besitzt, entspricht dem Sozialprodukt,
das er bekommen könnte, wenn er das Geld ausgeben würde.
Karl Marx hat Geld in seiner Funktion als Geld beschrieben, es
ist für ihn ein soziales, gesellschaftliches Verhältnis.
Missbrauch des Geldes
Fälschung von Geld (Falschgeld)
Geldwäsche
Mythen über Geld
Geldzerstörung
Die vielfach geäußerte Behauptung, Geld sei ein öffentliches
Gut und die Zerstörung des Geldes wäre somit strafbar,
ist falsch. Es greift hier nämlich der Paragraph 903 der bürgerlichen
Gesetzbuches, wonach der Eigentümer mit seinen Sachen grundsätzlich
nach belieben verfahren darf. Allerdings leistet die Bundesbank
für absichtlich zerstörte Geldscheine keinen Ersatz.
Volkstümliche Bezeichnungen
Auf Grund der Bedeutung des Geldes und der weiten Verbreitung gibt
es zahlreiche Bezeichnungen und Redewendungen für Geld. Einige
davon sind: Asche, Eier, Kies, Kikerlinge, Klötze, Knete, Kohle,
Koks, Kröten, Lappen, Mammon, Moneten, Moos, Mäuse, Mücken,
Öcken, Penunzen, Piepen, Pimperlinge, Pinke, Pinkepinke, Pulver,
Riesen, Schabangas, Schnee, Schotter, Sickel, Taler und Zaster.
Zitat
"Geld ist der sechste Sinn. Der Mensch muss ihn haben; denn
ohne ihn kann er die anderen fünf nicht voll ausnützen."
(William Somerset Maugham)
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