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Kapitalmarkt
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Der Kapitalmarkt ist ein Finanzmarkt. Er beschreibt die Gesamtheit aller Institutionen die der Zusammenführung von Angebot an und Nachfrage nach (Finanz-)Kapital dienen. Es handelt sich um einen Markt im ökonomischen Sinne, also nicht um einen physischen Ort, sondern um alle am Markt tätigen Personen, Einrichtungen und ihre Beziehungen untereinander.

Wer heute im Kapitalmarkt Kapital (Geld; im weiteren Sinne auch Sachen oder andere Verfügungsrechte) anbietet, tut dies in der Absicht, später mehr Kapital zurückzuerhalten:


Der Kapitalgeber erwirbt mit der Widmung seines Kapitals für investive Zwecke gegenüber dem Kapitalnehmer einen vertraglichen Anspruch auf zukünftige Auszahlung von Kapital.

Der Kapitalnehmer tritt als Nachfrager für Kapital an den Kapitalmarkt und als Anbieter von zukünftigen Auszahlungsansprüchen.
Zu den Markthandlungen im Kapitalmarkt gehören u.a. der Umsatz von Aktien und Anleihen, die Kapitalerhöhung einer Aktiengesellschaft oder die Aufnahme eines Kredites durch eine natürliche Person.

Die vertragliche Laufzeit der Kapitalüberlassungen (Fristigkeit) im Kapitalmarkt beträgt i.d.R. mehr als ein Jahr. Bei kürzeren Laufzeiten wird häufig vom Geldmarkt gesprochen.

Der Kapitalmarkt wird in den Primärmarkt und den Sekundärmarkt unterteilt:


Im Primärmarkt werden neu herausgegebene Finanzierungstitel zur Aufnahme von Kapital angeboten und von Investoren nachgefragt.
Im Sekundärmarkt werden bereits bestehende Finanzierungstitel zwischen den Marktteilnehmern gehandelt.
Sind die Voraussetzungen für einen börslichen Handel erfüllt, spricht man von einem organisierten Kapitalmarkt. Die zeitliche und örtliche Konzentration des Handels bewirkt i.d.R. eine Steigerung der Marktliquidität sowie eine Verringerung der Handelskosten (sog. Transaktionskosten) und trägt damit wesentlich zur Erhöhung der Funktionsfähigkeit des Kapitalmarkts bei.

Der organisierte Kapitalmarkt unterteilt sich in die Segmente

Rentenmarkt
Aktienmarkt
Markt für Investmentanteile (siehe auch: Investmentfonds, Immobilienfonds)
Aktien, Renten und Investmentanteile können indes auch an den Börsen vorbei in den so genannten "over-the-counter-Märkten (OTC)" gehandelt werden.

Weitere Finanzmärkte sind der Geldmarkt und der Markt für Derivate.

Volkswirtschaftliche Aufgabe des Kapitalmarktes ist die Transformation von Finanz- (Geld-) in Realkapital (Sachkapital). Im Einzelnen bedeutet dies

die Aufnahme von (noch) nicht für den Konsum benötigtem Kapitalmarkt (Sammelbecken) (Investition und Finanzierung)
die Schaffung eines Marktausgleiches zwischen Anbietern und Nachfragern durch Finden des Marktpreises
die Lenkung des Kapitals in möglichst produktive Verwendungen (Lenkungsfunktion, Allokationsfunktion)
Wird das Kapital bei konkurrierenden Nachfragern der ökonomisch vorteilhaftesten Verwendung zugeführt, führt dies regelmäßig zu einer Steigerung der Wohlfahrt einer Volkswirtschaft.

Die Erforschung der Funktionsweise der Institution Kapitalmarkt und seiner Handlungsprozesse ist Aufgabe der Kapitalmarkttheorie.

 



 


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